18. Tag Vorbereitung auf die schwerste Etappe

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Der schwerste Abschnitt des gesamten Shvils soll uns, der roten Shvil Bibel folgend, morgen bevorstehen. Bettina,  die ich abends im NC immer wieder treffe, eröffnete mir heute, dass die morgige Etappe definitiv ihre letzte Etappe sein wird. Sie steigt völlig erlegt aus und wird sich übermorgen an die Straße stellen, um dann in Tel Aviv noch ein paar Tage vor dem Heimflug zu relaxen. Es sei ihr von Herzen gegönnt. Unsere 17 km heute sind wir in aller Ruhe gegangen. Endlich konnten wir auch die wunderbare Landschaft mal wieder auf uns wirken lassen, denn DAS kommt leider, leider während der Wanderung viel zu kurz. Man hat einfach keine Zeit dafür. Die Tagesetappen sind nicht nur extrem strapaziös sondern auch absolut konzentrationsfordernd. Einen abschweifenden Blick kann man sich nur selten leisten. Zu schnell verliert man sonst das Ziel aus den Augen. Unterwegs habe ich heute übrigens Inbar getroffen, einen von den vier israelischen IDF Reservisten, die, genau wie wir, den Shvil in Eilat begannen. Im NC gab er mir am Lagerfeuer eine weitere Unterrichtsstunde in Hebräisch. Unvergessen werden mir dabei garantiert die neuen Vokabeln wie Ben Sona, dem verfluchten Hurensohn, und viele andere, mehr oder weniger nützliche Worte für den alltäglichen Sprachgebrauch, im Gedächtnis bleiben. Inbar ist tatsächlich der letzte aus der Gruppe, der den Shvil noch weiterläuft. Die anderen sind bereits erschöpft ausgestiegen. Nach dem Sprachunterricht bekam ich Unterricht im Zubereiten israelischen Kaffees und gebratenen Thunfischschnitzels aus der Dose. Für beide Köstlichkeiten benötigt man Toilettenpapier, heißes Wasser, Kohlenstaub und ein Wunder. War alles lecker. Tja, es gäbe noch so viele spannende Geschichten zu erzählen, aber langsam muss ich ins Bett. Um 4.00 Uhr klingelt der Wecker meines Smartphones und nur Minuten später beginnt die alpine Etappe des Shvils. Ob ich dann im NC noch Netz oder Kraft für den Blog habe, kann ich hier und jetzt nicht versprechen. Wird aber nachgereicht. Gute Nacht den Leuten, die morgen etwas ganz Großes vorhaben und damit denke ich durchaus auch an die Landtagswahlen in meinem Bundesland, Sachsen Anhalt. Macht was (Gutes) draus!

17. Tag Später Aufbruch

WP_20160311_08_57_45_Rich.jpgWP_20160311_10_12_53_Rich.jpgHeute haben wir versucht, etwas länger zu schlafen,  was jedoch gründlich in die Hosen ging, da unsere junge Gastgeberin morgens um 4 Uhr zu einer dreitägigen Wanderung aufbrach. Sie hat uns natürlich nicht mitten in der Nacht aus der Unterkunft geschmissen, aber ich konnte einfach nicht wieder einschlafen. Also saß ich bereits um 5 Uhr in einer kleinen Sitzecke  unter der israelischen Fahne und schlürfte Kaffee. Langsam kroch die Müdigkeit aus meinen Gliedern und ich nutzte die Zeit, um in einigen Büchern aus ihrem Bücherregel zu schmökern. Ich könnte ja jetzt hier ein wenig angeben und behaupten, ich hätte mich an einem aufregenden Roman festgebissen, aber hebräisch ist eine verdammt schwere Sprache. War trotzdem schön, mal wieder ein richtiges Buch in den Händen zu halten. Bücher sind meine große Leidenschaft und ich freue mich schon auf das erste Buch, das ich irgendwann zu Hause auf dem Sofa lesen und auch verstehen kann. Gegen neun Uhr ging ich noch einmal zum Supermarkt, um neue Vorräte für die nächsten 6 Tage einzukaufen, denn erst in Arad wird sich dafür eine weitere Gelegenheit bieten. Bepackt mit 13 Litern Wasser marschierte ich die 5 km entfernte, kurze Wegstrecke in das nächste NC. Damit wollte ich die morgige Etappe etwas verkürzen. Ging gar nicht so schnell wie gedacht, denn außer Wasser und Brot kaufte ich noch Humus, Eis, Schokolade und ein kaltes Malzbier. Und DAS landete schon Minuten später in meinem Magen. Tja, wie heißt das Sprichwort? Mit vollem Magen wird alles im Leben beschwerlicher? Stimmt! 20 km hätte ich SO nicht geschafft. Wollte ich ja auch nicht, aber ein bisschen unvernünftig war es trotzdem. Die Gier halt, ne. Man kennt sie ja. Sie ist in jedem Falle kein guter Ratgeber. Gute Nacht allen Gierlosen unter uns.

15. Tag am Kraterrand

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Nach 14 kommt 15. Soweit so gut. Wenn man aber seit Wochen durch die Wüste rennt, kann es schon einmal passieren, dass nach 14 eben 16 kommt. Das ist euch natürlich aufgefallen, (Dankeschöööön) drum bügle ich heute zuerst diesen Fehler wieder aus. Hier also der 15. Tag. Ich hatte ihn schlicht und einfach versehentlich gelöscht. Ist ja auch nicht ganz so einfach, mit einem kleinen Smartphone und dem ständig wackligen Netz zu bloggen. Entlang des Kraterrandes marschierte ich alleine durch Canyons, vorbei an Wasserlöchern (auch manchmal hinein) und konnte mich dabei kaum an der atemberaubenden Schönheit der Landschaft sattsehen. Von den geplanten 30 km liefen die ersten 25 km wie am Schnürchen. Die restlichen 5 km kamen mir vor, als würde ich nie ganz alleine sein. Aber da war niemand. Blieb ich stehen, war Ruhe, ging ich weiter, war dieses Gefühl wieder da. Erst als ich einem anderen Trekker  im Night Camp später davon erzählte, klärte er mich auf. Im letzten Wadi vor dem Ziel hatte ich dank eines Echos meine eigenen Schritte gehört. Irre! Bettina traf ich zwei Kilometer vor dem NC wieder. War schön, mit ihr gemeinsam anzukommen. Altbewährtes macht halt doch irgendwo Sinn.

16. Tag- midreshet Ben Gurion

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    Mein letzter Beutel Milchreis
    Mein letzter Beutel Milchreis

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    Bilder!!!!! Bevor ich es vergesse, meine ersten Zeilen widme ich heute meinen treuen Lesern des Blogs und FBS. Lieben Dank, ihr seid großartig! Pünktlich um 6.00 bin ich gestartet. Die ersten 8 km zogen sich etwas eintönig an der bekannten Fernverkehrsstraße 40 entlang. Einige Auf- und Abstiege später  gönnte ich mir meinen heißgeliebten Morgenkaffee in einem windstillen Wadi. Und was sagt uns das? Heute ist es wirklich richtig windig. Kalte und heiße Winde wechselten sich bis zum Mittag ab. Das hat mich an meine letzte Grippe mit Schüttelfrost erinnert. Heiße und kalte Schauer über den gesamten Körper. Kennt man ja, nicht grad der Brüller des Tages. Aber abwarten, DER kommt jetzt! Inmitten der Wüste stand ich plötzlich vor einem Wald. Der roch sogar nach Wald, fast wie der Harz in meiner Heimat. Sehnsucht! Ich bin also, wie magisch angezogen, rein in die Baumvielfalt und merkte leider viel zu spät, dass ich irgendwie auf dem alten Shvil gelandet bin. Ein schöner Weg, aber doch nicht MEIN Weg. Keine Menschenseele weit und breit. Ich wusste überhaupt nicht mehr, wo ich war und rechnete bereits im Kopf, wie viel Wasser mir noch bleibt, bis mein GPS wieder funktioniert. Einen Berg gehst du noch hoch, nur diesen einen noch! Auf der Kuppe glaubte ich an eine Fatamorgana. Ich sah ganz weit im Hintergrund ein McDonald Schild. Unten das Bild ist der Beweis. Alle Gedanken fokussierten sich nicht etwa auf einen Burger, nein: EIS!!! Und nach zwei Kilometern hatte ich es tatsächlich im Becher. Danke, du Fastfoodkettengott. Allerdings erfuhr ich dort auch, dass ich fast 12km vom Weg abgekommen war. Das war nun nicht mehr zu korrigieren. Tja, passiert. Bettina hat am Ziel schon voller Sorge auf mich gewartet. Ist ja noch einmal gutgegangen. Eine nette, ältere Dame vermittelte uns unser heutiges Nachtlager. Dort bin ich jetzt. Bei einem jungen, lebenshungrigen Mädchen, die sich in Ben Gurion auf ihre bald beginnende Armeezeit vorbereitet. Der Gedanke daran ist ziemlich beklemmend. Mögen sie und alle Soldaten dieser Welt ihre Mission in Frieden erfüllen können. Vorallem IHNEN eine ruhige Nacht!

14. Tag-Pause in Mizpe Ramon

Heute keine Bilder? Also, ich habe mich wirklich bemüht. Das kann man mir ruhig glauben. Aber nach dem 12. erfolglosen Versuch und diesem nervigen Dauerrödeln, hatte ich die Nase endgültig voll. Deshalb gibt es heute nur etwas zu Lesen. Von Mizpe  Ramon erhoffte ich mir eigentlich nur Ruhe und endlich Schlaf. Das Gemeinschaftzelt erwies sich als das, was der Kenner solcher Übernachtungsmöglichkeiten liebt oder hasst. Eben ein Schlafvergnügen in der Gemeinschaft, mit all seiner Vielfalt an Gerüchen, Geräuschen und Getier. Echt grenzwertig. Man muss schon recht abgehärtet und kompromissbereit sein, um das zu akzeptieren und zu ignorieren. ICH bin inzwischen so abgehärtet. Mein Körper muss bereits auf Notstrom gelaufen sein. Ich habe geschlafen wie ein Stein. Am nächsten Tag sah der Krater vom Ramon plötzlich wunderschön aus. Die Sonne, der Sand und der Staub spiegelten sich in den dunklen und hellen Farben der Wüste wieder. Die gestrige Hölle verwandelte sich in ein Paradies. SO schnell kann es also gehen, wenn eine Mütze Schlaf das Gehirn reinigt. Nach einem Bad in einem Wasserloch (Das Bild wäre eine Offenbarung für dies Blogseite gewesen, aber vielleicht auch eine Zumutung für die Augen der Ästhetiker unter euch.) und einer kleinen Wanderung am Kraterrand fühlte ich mich fast wie neugeboren. Der Nachmittag gehörte der Pflege meiner Ausrüstung. Sie dankte es mir großzügig mit dem Verlust meines Rasierers und eines Zeltherings. Super! Jetzt werde ich zuwachsen und meinen letzten Hering mit Argusaugen bewachen müssen. Aber der Rest ist wieder schick geworden und riecht sogar zum Teil wie neu. Übrigens gibt es bisher an der Qualität der gesamten Ausrüstung nichts zu beanstanden. Es scheint eine gute Wahl gewesen zu sein. Wohl bemerkt-BISHER. Bevor ich abends zufrieden in den Schlafsack gekrabbelt bin, kontaktierte ich meinen Sportazt Dr. Drechsler in Halle, wegen meines Knies, dem eigentlichen Sorgenkind. Danke, mein Lieber für deine Ratschläge. Sie waren wie immer recht „einfühlsam“. Von: „Jammern bringt dir nicht!“ bis „Mach deinen Kopf irgendwie frei!“ war alles dabei. Ansonsten habe ich intuitiv das Knie medikamentös und salbentechnisch korrekt behandelt. Wie beruhigend! Morgen geht’s weiter, aber ohne Bettina. Wir haben beschlossen, ab jetzt getrennt zu laufen. Sie ist einfach zu schnell für mich. Jeder macht nun also in SEINEM Tempo weiter. Aber wir freuen uns auf die Abende in den nächsten Neightcamps. Deshalb- mein letzter Gruß für heute gilt der Powerfrau Bettina. Vielen Dank für unsere gemeinsame Wanderzeit!

13. Tag Mizpe Ramon

WP_20160307_06_39_30_Rich.jpgmizpe01.jpgmizpe02.jpgmizpe03.jpgmizpe05.jpgmizpe08.jpgmizpe09.jpgmizpe10.jpgmizpe11.jpgmizpe12.jpgALLES GUTE den Frauen dieser Welt zu ihrem Eherentag! Ihr seid die Besten und MEINE die Allerbeste!

Todmüde ging ich diese 18 km lange Etappe nach Mizpe Ramon am frühsten Morgen an. Dort wollte/musste  ich erst einmal  einen ganzen Tag Pause einlegen, um meinem Knie wieder ein wenig Erholung zu gönnen. Auch unsere Vorräte sollten im Supermarkt aufgefrischt werden. Eine preiswerte Unterkunft, für 15 Euro pro Nacht im Schlafzelt, hatte meine Frau bereits gebucht. Somit war auch die Aufladung der Handys und des piwebacks gesichert. Nach einem genialen Aufstieg auf den Shen Ramon (710 m) ging es dann 200 m tiefer den weltweit größten Erosionskrater entlang. 7 km wurden wir von der Hitze im Krater förmlich erschlagen, kein Schatten, nur Sonne und Staub. So muss es in der Hölle sein! Irgendwann standen wir vor unserem letzten Anstieg des Tages, auf knapp 850 m. Endlich hatten wir wir Mizpe Ramon erreicht. Eis und Cola waren der gerechte Lohn und die Pause dringend notwendig. Was für eine Strapaze. Ich bin völlig übermüdet, aber im Herzen wach!

12. Tag Von Gev Holit nach Saharonim NC

WP_20160306_13_09_40_Rich.jpgWP_20160306_13_09_57_Rich.jpgsaharoim09.jpgsaharoim07.jpgDer heutige Tag sah vom Höenprofil zwei gewaltige An-und Abstiege vor und meinem Knie wurde Höllenangst vor diesem Tag. Der wenige Schlaf saß mir in den Knochen. Der nächste Unsicherheitsfaktor war natürlich wieder das Wasser. Sollten wir im Saharonim NC kein Wasser finden, würde sich unsere Etappe von 18 auf 21 km verlängern. Gleich zu Beginn der heutigen Tour ging es dann auch schon von 50 m auf 450 m steil bergauf, um uns dann sofort wieder, nach einer tollen Talsicht, auf 350 m in das trockene Flussbett des Maok zu entlassen. Es folgte der Kabolet Harim mit seinen 570 Metern, natürlich wieder mit einem Abstieg auf 330 m und zum Ende des Tages, wie konnte es anders sein, nochmal hoch auf 570 m auf den Mt. Saharonim. Von hier aus konnten wir unser 100 Meter tiefer gelegenes Nc bereits sehen. Unsere Hoffnung auf ein paar halbvolle wasserflaschen wurde erfüllt. Kaffee und Reisbrei waren gesichert und der Umweg nach Be’erot Kahn blieb uns damit erspart. Pünktlich um 19.00Uhr lag ich im Bett, um den versäumten Schlaf der letzten Nacht aufzuholen. Ruhig und alleine im Schatten der Berge lagen wir in unseren Zelten, als uns ein ohrenbetäubender Lärm aus dem Halbschlaf riss. Ein riesen Allradtruck, mit Containern beladen, hielt keine 5 Meter vor meinem Zelt. Unglaublich. Er suchte sich einen Platz, um seine Ladung loszuwerden. Nur Sekunden später tauchte ein geländegängiger Reisebus mit ca. 40 Soldaten der IDF auf und spuckte sie lautstark aus. Alles VOR meinem Zelt! Der Höhepunkt wurde dann um ca. 23.00 Uhr erreicht. Mit viel Radau entzündeten sie ein Lagerfeuer und ließen kurzer Hand mein Zelt in beißenden Rauchschwaden verschwinden. Erst gegen drei Uhr fand ihre Lagebesprechung dann ein Ende. Mein Schlafdefizit ist nun unsagbar hoch. Logisch. An dieser Stelle erfolgt somit ein wertvoller Hinweis an alle zukünftigen Wanderer auf dem Shvil: Wer auch nachts die Ruhe und Abgeschiedenheit der Natur sucht, der kann auf diesem Trail ganz schön daneben liegen. Schade! Ist aber wichtig, um objektiv und ehrlich zu berichten. Als Entschädigung für den Krach gab es dann allerdings am nächsten Morgen frische Orangen und wir durften unsere Müll in die sicherer Obhut der Idf übergeben, denn DIE reinigen das Nightcamp sowieso nach ihrem nächtlichen Besuch gründlich. Wenigstens etwas Gutes!

11. Tag Von Zofa nach Gev Holit Night Camp

gevholit.jpggevholit01.jpggevholit02.jpggevholit03.jpggevholit04.jpgDa bin ich wieder! Nach drei Tagen endlich mit Netzempfang. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit dem kaputten Knie weiterlaufen konnte. Aber der nette Aufenthalt im spice route hat mir neue Kraft gegeben. Die Strecke fing dann auch recht einfach an und führte uns über Saphier wieder direkt in die Einsamkeit der Wüste. Später allerdings wurde die Strecke richtig belebt, viele Israelis nutzten den Shabbat für einen Ausflug in die Natur. Nach unserem letzen Aufstieg auf den Mount Yahav auf 350 Metern zog sich der Weg bis zum Nightcamp ins Unendliche. Da wir wieder Wasser für 2 Tage mitführten, hofften wir, das andere Shvilisten ein paar Tropfen Nass im NC zurückgelassen hatten, denn sonst wäre unser heißgeliebter Kaffee ausgefallen. Unsere Hoffnung wurde nicht enttäuscht. 6 Liter Wasser fanden wir vor. Alles in halbvollen, wenig vertrauenswürdigen Flaschen abgefüllt, egal es wird ja gekocht. Um den wohlverdienten Schlaf wurden wir allerdings gebracht. Eine israelische Reisegruppe hielt uns bis 2 Uhr mit Gesang und Gitarre munter. Also mussten 3 Stunden Schlaf reichen. Sie reichten NICHT. Fühle mich total gerädert und denke mit Grauen an die folgenden Kilometer mit Grauen.

10. Tag Zofa

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Wenn nur noch starke Schmerzmittel helfen, um die geplante Tagestour bewältigen zu können, dann kann sich jeder Wanderfreund vorstellen, wie ich mich heute fühle. Euphorisch nicht unbedingt. Bettina war super. Sie hat sich meinem Tempo angepasst und jede zusätzliche Pause anstandslos mitgetragen. Danke, Bettina für diesen Teamgeist! Nur, so kann es nicht noch tagelang weitergehen. Mein  Knie scheint sich gegen die Strapazen wie ein bockiger Esel auflehnen zu wollen. Apropos Esel. Natürlich haben wir gemeinsam die fast 25 km geschafft und sind jetzt hier im Camp, mitten unter Ziegen, Kamellen, Schafen und einem fröhlich feiernden Schabbatvölkchen gelandet. Wir wurden selbstverständlich zum Feiertagsessen eingeladen und mussten bestimmt 10x mit Händen und Füßen erzählen, wo wir herkommen und warum wir ihr Land SO sehr lieben. Stolz sind die Israelis auf ihr Land. Keine Frage. Vielleicht ist noch die folgende Info interessant: Zofa liegt direkt an der berühmten Spice Route Kahn, der uralten Handels-Gewürz Straße am Mittelmeer. Was heute noch davon übrig ist? Jede Menge, denn wer das Glück hat, mit einem Einheimischen hier, direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen, der wird es riechen. Ein Geruch wie aus einem Gewürzladen strömt dabei aus jeder einzelnen Pore des „Spiceis“ und der Handel mit frischem Knoblauch, Majoran, Thymian, Oregano, Dill und, und, und macht jedem Gewürzhändler entlang diese Straße noch genauso viel Freude wie seinen Vorfahren vor langer, langer Zeit. Nun, in der Gegenwart, sitze ich noch einen Augenblick vor meinem Zelt und Salbe mein Knie. Ich hoffe… und wünsche allen fleißigen  Köchinnen/Köchen zuhause oder im Job ein glückliches Händchen bei der Wahl IHRER ganz persönlichen und vielleicht auch geheimen Gewürzmischung für ein leckeres Essen. Schabbat Schalom!

Tag 9 und der bisher härteste Ritt

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Wasser in der Wüste
Wasser in der Wüste

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Was für eine Tour! 24 km sind ja normal schon nicht Ohne, aber DAS heute war extrem kräfteraubend. Sturm, Regen und glitschige Steine erschwerten uns die ersten Kilometer. Dann kam die Sonne raus und mit ihr fast 30 Grad auf unser Gehirn. Aber noch ist nichts im Schädel geschmolzen, keine Sorge. Die anspruchsvolle Strecke durch zwei Canyons, hüfthohe Wasserläufe und zerklüftete Bergketten verlangten zum Teil ALLES von uns ab. Laufen, Klettern, Rutschen, (auf dem Hosenboden) Krabbeln, Stolpern, Springen, Kriechen…, war eben alles dabei. In der Mittagsglut wagten wir es fast nicht, uns hinzulegen, aus Angst, wir kämen nie wieder hoch. Die letzten 10 km dann bis zum Schlafplatz schafften wir trotzdem noch in zwei Stunden. Innerhalb von 5 min brannte dort unser Lagerfeuer und in meinem Wasserkessel (Ich liebe dieses kohlrabenschwarze Ding.) brodelte das Kaffeewasser. Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team und im Lageraufbau macht uns so schnell keiner mehr etwas vor. Das geht ratzfatz. Jetzt sitze ich im Zelt, bearbeite mein Knie mit einer Massage und denke an die morgigen 25 km nach Zofa. Da soll es im Supermarkt das leckerste Pfirsichsorbet auf der ganzen Welt geben. Fantastisch, nur, an uns geht dieser Genuss definitiv vorbei. Denn was weiß der interessierte Isrealkenner bereits? Morgen- Freitag-ab 13.30- Richtig! Schabbat!!! Macht ja nichts, ein paar Tüten Kartoffelbreipulver haben wir noch in Reserve. Die tun es schließlich auch. Pfirsichsorbet…, wer braucht das schon. Gute Nacht allen Kartoffelbreiliebhabern. Wir sind in Gedanken bei euch!