24. Tag, neue Schuhe und offene Blasen

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Einige von euch haben mich gefragt, was denn aus meinem Schuhproblem geworden sei. Nun, ich habe sie bis Arad gequält, und sie haben es mir mit offenen Blasen heimgezahlt. Schöner Mist! Der Freude über den Abschluss der Wüstenetappen weicht so langsam der Ernüchterung. Ohne vernünftige neue Schuhe werden aus den Blasen bald blutiges Wellfleisch. Seit gestern behandle ich sie mit Salben und Verbänden. In Arad kam ich mir vorhin übrigens wie ein unverbesserlicher Alkoholiker vor, der alle Geschäfte nach purem Alkohol abklapperte. Ich brauche den unbedingt für meinen Kocher. Die hilfsbereiten Verkäufer boten mir alle erdenklichen Wodkasorten an, und weiß Gott, das sind in dem, von russischen Einwanderern geprägten Arad, nicht gerade wenige, aber Spiritus, den man eher vermeidet zu trinken, hatte nicht ein einziger Laden für mich. So habe ich gerade eben bei dem Chef des Hostels meinen kleinen Ultra-Light-Kocher gegen einen gemeinen Gaskocher getauscht. Das Wichtigste erledigte ich in der Stadt natürlich auch noch: Den Kauf MEINER neuen Wanderschuhe! Die wollte ich eigentlich bis zur Schlafenszeit einlaufen, aber, verflucht, das geht immer nur stundenweise. Meine kaputten Füße schreien in der Zeit vor Schmerzen. Schauen wir mal, wir werden schon noch Freunde. Vorräte für die nächsten Tage kaufte ich ebenfalls reichlich ein. Der Rucksack ist wieder gut gefüllt. Gestern Abend gab es im Hostel für alle Gäste den Kidusch, verbunden mit einem fantastisches Schabbatessen. Es war ein tolles Fest, welches ich inmitten von lebensfrohen Israelis, Italienern, Russen, Peruanern, Mexikanern und Uruguayern erleben durfte. Mein Herz hatte heute eine gute Zeit, meine Füße offensichtlich eine eher verdammt schlechte. Morgen gönne ich ihnen zur Versöhnung einen weiteren Tag Pause. Gute Nacht, allen Podologen weltweit.

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