30. Tag Purim, der Karneval

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Jerusalem!!! Zu Purim morgen, wollte ich hier unbedingt pünktlich ankommen. Nun bin ich schon einen Tag vorher glücklich gelandet. In der Nacht bekam ich mal wieder nicht wirklich genügend Schlaf. Ganz alleine war ich auf einem Picknikplatz, keine IDF Soldadten, keine Studenten, keine Arbeiter, keine Krabbeltiere… Es hätte SO schön sein können. Aber diese himmlische Ruhe schien wohl auch einem Polizisten in seinem Streifenwagen nicht ganz geheuer, und prompt machte er es sich zu seiner Aufgabe, mich deutschen Shvilisten zu bewachen. Jede Stunde kam er angefahren, leuchtete den Platz mit Scheinwerfern aus und verschwand dann schließlich für exakt 60 Minuten wieder in der Dunkelheit der Nacht. Da nützten auch alle meine Beteuerungen nichts, dass alles Bestens sei. Um 4.00 Uhr stand ich völlig übernächtigt und entnervt auf und machte mich gegen 5.00 Uhr auf den Weg. Mein Tagesziel bestand heute darin, einfach so nah wie möglich an Jerusalem heranzukommen, um morgen per Anhalter den Purim und Karfreitag in der Altstadt zu erreichen (zur Erklärung: Jerusalem ist off Trail). Vorbei an antiken Stätten der Römer lief es für mich so gut, dass ich die gesamten 31 km schaffte. Mit dem Daumen nach oben brauchte war ich nicht lange am Straßenrand auf ein Auto, dass mich herzlich gerne mitnahm, zu warten. Keine halbe Stunde später stand ich mitten im Puls Jerusalems. Mein Hostel war schnell gefunden, bezogen und ab gings ins bunte Purim-Getümmel. Welch ein Spaß. Überall springen verkleidete Israeli in den engen Gassen der Stadt herum, lachen und umarmen mich. Diese Wucht an Leben war ich gar nicht mehr gewöhnt und ich befürchte, länger als einen Tag werde ich ihn nicht aushalten wollen. In einem kleinen Restaurant bestellte ich mir einen Humus-Teller. Am Nachbartisch saß eine Gruppe deutscher Touristen. Ich sprach sie an und erbat mir aktuelle Infos über die Anschläge von Brüssel. Sie lächelten nur und sprachen von „Pech“. Dabei wollten sie mir einen Salatteller spendieren, weil ich es ja wohl auch bitter nötig hätte. Ihre Reaktion hat mich erschreckt und entsetzt. „Nein, danke, ich brauchte von ihnen nichts. Keinen Salat, kein halb leergetrunkenes Bier und auch keinen zu viel bestellten Whisky. Ich bin zufrieden mit dem, was ich selbst habe oder von ehrlichen, authentischen und herzlichen israelischen Freunden geschenkt bekomme.“ Ein wenig war mir der Spaß vorhin vergangen. Aber ich bin mir sicher, ICH hatte nur Pech und bin eben leider dort an die Falschen geraten. Solche Ignoranten gibt es auf der ganzen Welt. So ist das Leben. Gute Nacht, allen mitfühlenden und das Unrecht bekämpfenden Menschen unseres Planeten.

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