36. Tag Zweifel

Der Shvil war heute mindestens genauso genervt von mir, wie ich von ihm, denn ansonsten hätte er mich nicht endlos durch den Regen und in Industriegebiete geführt. Einige Bauwerke aus der Römerzeit unterwegs wirkten im Regen alles andere als geschichtsträchtig, eher langweilig. Mein Weg über 27 km führte mich nicht unbedingt durch abwechslungsreiches Gelände. Mein Unterbewußtsein rebellierte. Mir kamen große Zweifel, ob das, was ich seit Wochen hier treibe, eigentlich noch MEINE persönliche Herausforderung war oder sinnloses Herumgewandere. Da ist der Harz ja attraktiver, Mensch, sogar die Wiesen im Vorharz. Dazu kam der Frust, mangels Strom keine Fotos mehr machen zu können (deshalb seht ihr keine), die Akkus waren komplett aufgebraucht und meinen Shvil Track konnte ich auch vergessen. Zehn Tage fast nur Regen und Sturm haben den Solarzellen einfach keine Chance mehr gegeben, sich zu regenerieren. Bis jetzt jault mein innerer Schweinehund noch, zwar leise und doch hörbar. Heute habe ich ihn wieder besiegt. Morgen werde ich in TEL Aviv sein. Da ist der Flughafen…. Gute Nacht, allen Zweiflern an sich selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.