41. Tag Arabisch, Römer, Abschied vom Meer

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Unfassbar. Die Zeit raubt sich jeden Tag ein paar Kilometer mehr von meinem langen Weg auf dem Trail. Heute war es dann soweit, nach dem „Orange“ für die Wüste, habe ich nun auch das „Blau“ für das Mittelmeer absolviert. Kilometerlang begleite mich noch der Aquädukt, immer am Mittelmeer entlang, durch ein arabisches Fischerdorf, bis hin zu einem Blütenmeer aus Pflanzen, die ich zum Teil eigentlich nur in Töpfen kenne, wenn überhaupt. Die Nacht war frustrierend. Ich bin mutterseelenallein in mein Zelt gekrochen und wurde nach einer Stunde von einer Horde halbwüchsiger Araber mit arabischen Schlagern und später mit knallhartem Techno um den wohlverdienten Schlaf gebracht. Das kann man sich gar nicht vorstellen, 17 verschiedene Stimmlagen brüllten bis kurz vor vier die arabische Musikhitliste rauf und runter. Viel Ruhe bis zum Aufstehen blieb mir also mal wieder nicht und um die religiösen Gewohnheiten auch noch voll ausschöpfen zu können, begrüßte mich pünktlich zum Sonnenaufgang der Iman der nächstgelegenen Moschee mit seinem Morgengebet. Na, wenigstens sollte ich heute unter göttlichem Schutz die Etappe laufen. Nach dem Kaffe, extra stark, machte ich mich auf meinen Weg. Leider durchwanderte ich heute auch wieder einige völlig vermüllte Ecken. Wie schade. Die ersten Male habe ich ja sogar den Abfall eingesammelt und mitgeschleppt, in der Hoffnung, es handle sich um eine Ausnahme. Inzwischen wurde ich eines besseren belehrt und der Einsatz eines Müllwagens würde sich über weite Strecken des Trails durchaus lohnen. Was gab es noch? Vielleicht das: Man kennt mich inzwischen offensichtlich. Ein junger Israeli, der meinen Weg kurz vor dem Tagesziel kreuzte, schaute mir interessiert hinterher, kam zurück und fragte mich, ob ich der Aron aus Deutschland sei. Ich war erschrocken und beeindruckt zugleich. Wir haben uns kurz unterhalten. Er wird den Shviel, wie so viele vor ihm, bald in Vorbereitung seiner Armeezeit laufen. Nicht den ganzen, aber wenigstens einige Etappen. Zum Abschied schenkte er mir seinen Schnürsenkel, denn meiner löst sich schon wieder langsam auf und schlappte winkend davon. Eine schöne Begegnung. Jetzt steht mein Zelt im Grünen. Der Sand und das Meer sind verschwunden. Es war wunderschön dort. Gute Nacht, allen Freunden des Mittelmeeres.

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