46. Tag Am Jordan

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Ein grauer Tag geht zu Ende. Regen und Wolken waren heute einmal mehr wieder meine Wegbegleiter, weshalb eigentlich wunderschöne, biblisch einzigartige Orte Israels, wie die Taufstätte am Jordan, auf den Fotos trist und nüchtern erscheinen. Mein Tagesziel war laut Plan recht einfach zu erwandern, aber leider wurde ich von der Roten Shvilbibel erneut getäuscht. Shabbat suche ich mir, wenn möglich, einen kommerziellen Campingplatz aus, da auf ihnen Wasser und Strom gesichert sind. Jacob Saar weist einen solchen in Deganiya aus. Doch leider ist er seit längerer Zeit nicht mehr in Betrieb. Also musste ich zur nächsten Tankstelle, denn meine Taschenlampe, mein Feuerzeug und mein Powerpack und meine „Kamphausen-Akkus“ hatten seit gestern Nacht gänzlich den Geist aufgegeben. Groß war die Überraschung, als völlig unerwartet vor der Tankstelle ein Einkaufszentrum erschien. Reger Geschäftsbetrieb zeugte, wie immer am Shabbattag, von der peniblen Vorbereitung des Festessens der Familien am Abend. In einem Outdoorladen besorgte ich mir das Allernötigste und ab ging es wieder, zurück an den Jordan. Der SO lebenswichtige und heilige Fluss für das ganze Land beginnt sich bereits hier durch den industriellen Entzug seines Wassers zu verkleinern, von seiner gnadenlosen Verschmutzung gar nicht erst zu reden. Trotzdem bin ich gerade eben anderthalb Stunden stromauf- und stromabwärts geschwommen, um vielleicht auf diesem Wege für die letzten Kilometer meiner Wanderung wieder positive Gedanken fassen zu können. Für ein Gute Nacht ist es heute noch zu früh. Einen kleinen Nachsatz muss ich jetzt, kurz vor dem Abend noch bringen. Für mich total unverständlich und entgegen der jüdischen Regeln, haben hier trotz Shabbat noch alle Geschäfte auf. Der Zeltplatz wird mit lauter Musik und schreienden Menschen regelrecht überflutet. Sie haben Zelte mit und werden somit auch heute wieder die Nacht zum Tag machen. Ich bin am Ende, es ist und wird weiterhin unerträglich sein. Meine Nerven sind am Boden. Ich kann einfach nicht mehr.

Ein Gedanke zu „46. Tag Am Jordan“

  1. Lieber Aron,
    Du kanst jetzt ganz bestimmt keinen platten Durchhaltespruch gebrauchen . Aber vielleicht wäre eine Übernachtung bei einem Trailangel auch wenn Du nicht gerne englisch sprichst die Lösung für den Moment. Ich glaube der Trailangel sieht auch so was Du benötigst. Shalom Günther

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