47. Tag Tiberias und goldene Hände

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Ich habe es einfach gestern psychisch nicht geschafft, den Blog zu schreiben. Dass jetzt doch diese Zeilen zu lesen sind, verdanke ich dem unendlich großen Zuspruch vieler Leser und Freunde, wieder aufzustehen und wenigstens zehn Schtitte zu laufen. Es wurden am Morgen, im Nieselregen, drei. Dann saß ich erneut auf dem Boden. Aber immerhin hockte ich schon mal und lag nicht mehr. Eine gute Stunde verharrte ich völlig fertig in dieser Position. Dann hatte ich genug Kraft geschöpft, um die nächsten Schritte zu versuchen. Und so kämpfte ich mich bis zum späten Abend ganz langsam zurück ins Leben. Mit der Dunkelheit in meinen Gedanken verschwanden allerdings nicht die grauen Wolken am Himmel. Die wenigen Sonnenminuten entschärften mein Stromproblem natürlich nicht. Den ganzen Tag über hielt sich das diesige und schwüle Wetter. Tiberias ist nicht unbedingt meine Lieblingsstadt in Israel, aber ich habe sie auch in all meinen Urlauben noch nie im Sonnenschein erleben dürfen. Vielleicht hätte ich der Stadt im Norden ansonsten eine größere Chance eingeräumt, mein Herz zu erobern. So lag mein einziges Interesse an ihr im Auffinden eines brauchbaren Geldautomaten, um mir mit dessen Hilfe das Busgeld für meine Rückreise nach Tel Aviv zu sichern. Mein endgültiges Ziel gestern war allerdings in die unmittelbare Nähe von Safed zu kommen, um eine günstige Ausgangsposition für den morgendlichen Aufstieg auf den höchsten Berg des Shvils, den Mt. Meron, zu erlangen. Ich weiß, dass ich in den schlimmen Phasen meiner Krankheit im Gesicht uralt und extrem verändert aussehe, ein erstes Lächeln konnte mir die Tatsache kurz vor dem Einschlafen um den verkrampften Mund herum zaubern, völlig unerwartet schmerzfrei in das Zelt krabbeln zu können. Wie das? Im Neightcamp traf ich eine deutsche Physiotherapeutin, die sich berufsbedingt auf das Tapen spezialisiert hatte. Sie war sofort bereit, sich meine Füße und Knie anzusehen. Wortlos machte sie sich an die Arbeit und ich stelle mir seit diesem Zeitpunkt nur eine Frage: Konnte ich dieses wunderbare Wesen mit ihren Fähigkeiten nicht 5 Wochen eher kennengelernt haben? Nur wenige Minuten nach dem Tapen erlebte meine Knie nahezu schmerzenfrei und konnte auch die Nacht über auf Schmerzmittel verzichten. Danke, du liebe Seele mit den goldenen Händen.

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