Der 23. Tag, Arad und damit das Ende der Wüstenetappen

vorletzertag04.jpgvorletzertag06.jpgarad01.jpgarad02.jpgarad03.jpgarad04.jpgarad05.jpgarad06.jpgarad07.jpgNun ist der erste Teil des Shvils geschafft! Im nächsten Block werde ich dazu ein Fazit schreiben. Wie ist es mir am letzten Tag ergangen? Bisher hatte ich mit dem Wetter Glück. Doch jetzt ließ mich der Regen schnell munter werden. Nicht der erste Regenschauer, aber nun plätscherte es auch tagsüber. Unangenehm. Sehr unangenehm, denn der kalte, straffe Wind verschärfte diese Gefühl noch mehr. Die Verlockung war groß, sich an den Straßenrand zu stellen und einfach per Anhalter nach Arad zufahren. Die Richtung dafür stimmte schon einmal. An einer Bohrungsstelle konnte ich meinen Müll legal entsorgen und wurde dort sofort von Arbeitern in dem Baucontainern zu einer Tasse heißen Tee eingeladen und dort mit ihnen gemeinsam abzuwarten, bis es wieder trocken wurde. Na klar, SO lässt sich ein Morgen auch verbringen, auf einer „Bohrinsel“, auf der in ca 450 Metern nach Wasser gesucht wird. Wirklich trocken wurde ich nicht, aber für einen neuen Energieschub sorgte der Tee auf jeden Fall. Nach einer Stunde brach ich schließlich zu meinen letzen 23 km auf, mit guter Laune, aber wenig Wasser im Gepäck. Meine Hoffnung war groß, dass die Heiligen im Lande richtig liegen würden und sowohl die Arbeiter von eben, als auch ich, bald Wasser finden würden. Der Weg nach Arad war im wahrsten Sinne des Wortes extrem steinig. Die meiste Zeit ging es bergauf durch ein Nahal (trockenes Flussbett). Wäre Wasser drin gewesen, ich schwöre, ich wäre den Rest geschwommen. Was natürlich dämlich ist, denn wer schwimmt schon bergauf. Langsam begann sich die Landschaft zu verändern. Die Wüste, bisher vorwiegenden braun und ocker gefärbt, erhielt immer mehr grüne Nuancen. Von einem Anstieg aus konnte ich bereits 9 km vor dem Tagesziel, Arad sehen und nur noch wenige Kilometer weiter keuchtete das Tote Meer. WOW! Das haute mich wirklich um. Ich blieb einfach sitzen, genoss diesen Augenblick und heulte. Geschafft!!!!! Nur noch ein letztes kleineres Nahal stand zwischen mir und Arad. Dieser Weg war jedoch dann die reinste Enttäuschung, überall lagen Müll, leere Flaschen und sogar ausgebrannte Autos in der eigentlich traumhaften Landschaft herum. Eine Schande für den Shvil! Nach zwei Stunden erreichte ich die Stadt. Ihr ahnt es schon- meine Belohnung waren ein dickes Eis und eine kalte Cola. Aber es gab auch wieder einen Abschied, denn Inbar, der noch am Abend für einige Tage nach Aschdot zu seiner Freundin fuhr, ist fort. Er wird den Weg später weiter laufen. Schön war die Zeit mit ihm und vielleicht trifft man sich irgendwo noch einmal wieder. Die Erde ist rund, man kann sich auf ihr nicht hinter irgendwelchen Ecken verstecken. Ist doch so. Ich suchte in der Dunkelheit mein Hostel „Dead Sea“. 22 Euro mit Frühstück und WELAN frei. Ein toller Preis. Der Betreiber, selbst ein Shvilist, weihte mich bis weit nach Mitternacht in die Geheimnisse um die Zubereitung des Humus ein. Herrlich! Das Ende der Wüstenetappen fand seinen Höhepunkt also im Beginn meiner zukünftigen israelischen Kochkunst. Gute Nacht heute allen Arbeitern, die nach dem wertvollsten auf der Welt suchen: dem WASSER!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.