Die Wüstenetappen, eine Nachbetrachtung

Wie bereits gestern angekündigt, erwartet euch heute ein erstes, kurzes Fazit meiner langen Wanderung. Vorweg eines, ja, es ist möglich, die Wüste auch als ungeübter Hiker zu durchqueren. Ja, und es ist auch möglich, ohne Reservate und Wässerbringeservice durch das Land zu kommen, man muss die vielen Liter, eben wie ICH, dann halt schleppen. Trotzdem würde ich es anders machen und die Reservate nutzen. Denn zu meiner völligen Untrainiertheit kamen die starken Schmerzen im Knie dazu. Der knapp 30 kg schwere Rucksack drückte jeden Tag auf die desolaten Gelenke und das Gemüt. Real hätte ich für nur jeweils eine Etappe Wasser mitnehmen müssen. Shvilisten helfen sich dabei durchaus auch zuverlässig und problemlos gegenseitig. Haltet euch aber auf jeden Fall IMMER an folgende Regel: Nehmt bitte nie Wasser, an dem ein Zettel hängt, auf dem steht, es handle sich um Vorräte von anderen Hikern. Davon gibt es reichlich. Und noch reichlicher sind die schweren Magen-Darm-Erkrankungen infolge des Missachtens dieser Regel. Auf der Strecke bleibt während der harten Wanderung die Zeit zum Genießen der umwerfenden Schönheit einer einzigartigen Landschaft dieses Landes. Ich werde wiederkommen, mit meiner Nikon d800, dem Stativ und verschiedenen Objektiven, und ich werde Wasser an den Orten bunkern, an denen ich die Genialität der Schöpfung in Bits und Bytes verewigen möchte. Ein Wort zur Ausrüstung. Das lumia950 fungiert gleichzeitig als Handy, Kamara und GPS. So gut die Kamara auch ist, so unbrauchbar ist das Display bei direkter Sonneneinstrahlung. Der enorme Stromverbrauch des Gerätes macht es für den Outdooreinsatz nahzu unbrauchbar. Immer wieder musste ich das Gerät abstellen, um Strom zu sparen. Die Aufladung mit einem Solarpanel funktioniert bei Sonne recht gut, wohingegen das Aufladen während des Wanderns ein größeres Problem darstellt. Ich habe auf den Etappen zwei Ladekabel verschliessen. Wolken und Sturm hatten ebenfalls einen negativen Part in der Problemlösung meiner Stromsorgung. Ein Zelt würde ich um diese Jahreszeit immer wieder mitnehmen, denn statt der statistisch aufgeführten 2 Regentage hatten ich bereits 4. Über die Kälte in den Nächten und den Eiswind habe ich genug geschrieben. Der Schlafsack verrichtet seinen Dienst zu meiner Zufriedenheit. Für alle Freunde der Outdoor-Küche lautet mein bisheriges Fazit: Brennspiritus ist hier sehr schlecht zu bekommen. Eine Gaskurtusche wäre vorteilhafter oder ein Biomassekocher. In jedem Neightcamp fand ich ausreichend Holz für ein Lagerfeuer. Bitte nehmt keine Materialien aus der Wüste dafür mit. Ihr findet ausreichend alte Paletten in den Nachtlagern vor. Tja, alles in allem habe ich bisher, dank meiner guten Vorbereitung, viele, viele positive Erfahrungen machen können. Mein Herz schlägt auch weiterhin für den Shvil, für Israel sowieso. Noch bin ich aber ca 550 km von meiner Rückreise entfernt. Es liegt also noch ein ganzes Stück  des Weges vor mir. Schaff ich! Schalom und bis bald…

2 Gedanken zu „Die Wüstenetappen, eine Nachbetrachtung“

  1. Dein Blog liest sich toll.
    Ich wünsche dir für deinen weiteren Weg alles Gute und weiterhin nette Begleiter an deiner Seite.
    Viele Grüße aus der Heimat von Kira und Widu.

    1. Danke kira! Ich hätte WIDU gerne mitgenommen. Nur die Wüste wäre für ihn die Hölle. Sollte ich mal in Richtung Polar traveln, dann ist er dabei. Liebe Grüße an Deinen Mann und eine extra Beinscheibe für alle treuen Vierbeiner dieser Welt.

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