Warum ohne fremde Hilfe auf dem Shvil?

In der Facebook Gruppe über den INT oder auch in persönlichen Anfragen wurde immer wieder das Problem der Trail Angels aufgeworfen. Eine Erklärung blieb ich den meisten Lesern bisher schuldig. Das ändere ich jetzt erst einmal. „Warum nur, um alles in der Welt, nimmst du diese Helfer nicht in Anspruch?“  EINE Antwort liegt wohl in meinem Naturell und meiner Krankheit begründet, den Trail alleine schaffen zu wollen/zu müssen. Der Hauptgrund ist jedoch viel banaler, aber dafür nicht weniger von Bedeutung. Von Haus aus bin ich ein Mensch der Zahlen und Algorithmen. Sprachen allerdings sind mir ein Buch mit Sieben Siegeln. Zahlen und Formeln sind meine Welt, nicht die Buchstaben und ihre fremdklingende Aussprache eines anderen Landes. Des Weiteren bin ich ein Kind der DDR, ich habe zwar einige Jahre lang englisch gepaukt, aber es seit über 30 Jahren nie wirklich angewandt. Das schaffte hier sicherlich unnötige Hemmungen und ein Gefühl von Scham, wenn kommunikationsfreudige Einheimische mit mir über ihr Leben plaudern wollten und ich wie ein Frosch aus dem Schlammloch heraus ziemlich ratlos in die Welt hinaus glotzte. Mein Fazit ist also folgendes: Meine englischen Sprachkenntnisse sind hervorragend,  soweit sie sich auf den Sprachumfang von C, C++ oder C# beschränken. Alles was jedoch darüber hinaus geht, wird für mich überall auf dem Erdenball zu einem richtigen Problem. Somit war es mir von Anfang an klar, dass ich mich mit einem Trail Angel höchstens über Objekt orientierte Programmierung unterhalten könnte, nicht aber über die wesentlichen und wichtigsten Angelegenheiten, die meine Wanderung betreffen. Also stand für mich immer fest, dass ich alleine bleiben möchte, kurzweilige Ausnahmen natürlich ausgenommen. Ich bin gut damit klargekommen, aber ich verneige mich vor jedem Sprachgenie, der sein Talent auf einer ähnlichen Reise ausspielen kann. Dass es anderen nicht besser geht als mir, durfte ich heute in Nazareth erleben. In einem Caffee versuchte eine deutsche Landsmännin sich einen Kuchen zu bestellen, im gebrochenen Deutsch-Englisch. Nur hatte sie dabei ein weiteres Handicap, sie sächselte in in höchster Vollendung und DAS verstand nun wirklich niemand mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.